Die häufigste Frage zu einem Fertighaus lautet: Wird es im Winter kalt? Die Antwort hängt von Wänden, Fugen und Lüftung ab, denn dort geht die Wärme verloren. Wir erklären, was die Energieeffizienzklasse A bedeutet, wie Sie Wärmeverluste selbst abschätzen und wie Sie ein Fertighaus im Winter warm halten, wenn der Strom ausfällt.

Was die Energieeffizienzklasse A bedeutet

In der Ukraine ist die Energieeffizienz von Gebäuden im Gesetz „Über die Energieeffizienz von Gebäuden“ geregelt, das 2017 unterzeichnet wurde. Ein Energieauditor berechnet, wie viel Energie ein Gebäude pro Jahr und Quadratmeter für Heizung, Kühlung und Warmwasser verbraucht, und vergibt danach eine Klasse von A bis G (Deshko u. a., Polytechnisches Institut Kyjiw, 2021). A steht für den geringsten Verbrauch, G für den höchsten. Das Ergebnis wird in einem Energieausweis festgehalten, der in ein staatliches elektronisches System eingetragen wird.

In der EU erfüllen Energieausweise nach der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) eine ähnliche Aufgabe. Die Klassengrenzen legt dort aber jeder Mitgliedstaat selbst fest, deshalb lässt sich eine ukrainische Klasse A nicht direkt mit einer Klasse aus einem EU-Energieausweis gleichsetzen.

Als Mindestniveau für Neubauten gilt Klasse C (Staatliche Agentur für Energieeffizienz der Ukraine, 2022). Klasse A liegt also zwei Stufen über der Vorgabe. Für Einfamilienhäuser galten die Mindestanforderungen des ukrainischen Ministeriums für regionale Entwicklung von 2021 nicht. Bei einem Privathaus zeigt die Klasse deshalb vor allem, wie weit es über dem Pflichtminimum liegt.

HOMERS gibt für seine Häuser die Klasse A an. Grundlage ist eine 200 mm starke Hülle aus PU-Hartschaum (PUR), die durchgehend und ohne Fugen aufgebracht wird. Wie die Wand aufgebaut ist, steht auf der Seite Technologie.

Wärmedurchlasswiderstand R und U-Wert einfach erklärt

Jeder Baustoff hat eine Wärmeleitfähigkeit λ (Lambda) in W/(m·K). Sie gibt an, wie viel Wärme durch eine 1 m dicke Schicht fließt, wenn sich die Temperatur auf beiden Seiten um 1 Grad unterscheidet. Je kleiner λ, desto besser dämmt das Material.

Den Wärmedurchlasswiderstand einer Schicht berechnet man so: R = Dicke (m) / λ, Einheit m²·K/W. Die Widerstände der einzelnen Schichten werden addiert. Hinzu kommen die Übergangswiderstände an den Wandoberflächen: Mit den Koeffizienten aus DSTU 9191:2022 (ukrainische nationale Norm zur Auswahl von Dämmstoffen) sind das bei einer normalen Wand etwa 0,16 m²·K/W.

Der U-Wert ist der Kehrwert: U = 1 / R. Er zeigt, wie viele Watt Wärme pro Quadratmeter Wand und pro Grad Temperaturunterschied zwischen Raum und Außenluft verloren gehen. Ein kleinerer U-Wert bedeutet niedrigere Rechnungen.

Den Mindestwert des Wärmedurchgangswiderstands für Außenwände von Wohngebäuden legt die DBN V.2.6-31:2021 fest (ukrainische staatliche Baunormen zu Wärmeschutz und Energieeffizienz), in Kraft seit dem 1. September 2022: 4,0 m²·K/W für die Temperaturzone I und 3,5 für Zone II. Für Fenster liegt das Minimum bei 0,90 bzw. 0,70.

PUR, Mineralwolle, Ziegel: Wie viel braucht man von jedem Material?

Die Tabelle zeigt Bemessungswerte für λ aus Anhang A der DSTU 9191:2022 für zwei Nutzungsbedingungen, A und B, die sich in der Feuchte unterscheiden. Die Dicke haben wir für denselben Wärmedurchlasswiderstand R = 5,0 m²·K/W berechnet. So viel erreicht eine 200 mm dicke PUR-Schicht bei λ = 0,040.

Materialλ, W/(m·K)Dicke für R = 5,0 m²·K/W
PU-Hartschaum, 40 kg/m³0,040200 mm
Mineralwolle aus Basalt, 50 kg/m³0,044–0,048220–240 mm
Kiefer, quer zur Faser0,14–0,1870–90 cm
Keramischer Vollziegel, 1800 kg/m³0,70–0,813,5–4,05 m

HOMERS vergleicht 200 mm PUR mit einer 45 cm dicken Ziegelwand, und nach den Werten aus der Tabelle ist dieser Vergleich sogar zurückhaltend: Eine 45 cm dicke Ziegelschicht hat ein R von etwa 0,56–0,64, also 8- bis 9-mal weniger als 200 mm PUR. Allerdings gilt diese Rechnung für homogene Schichten. Eine echte Wand hat Fugen, Befestigungen und Fensterlaibungen, deshalb ist ihr effektiver Widerstand immer niedriger als der des Dämmstoffs allein. Die genaue Zahl für eine bestimmte Konstruktion liefert eine wärmetechnische Berechnung.

Beispiel: Wie viel Wärme geht durch die Wände?

Den Wärmeverlust durch eine Wand berechnet man mit der Formel Q = U × A × ΔT, wobei A die Wandfläche in m² und ΔT der Temperaturunterschied ist. Angenommen, wir haben 100 m² geschlossene Wand ohne Fenster, +20 °C im Raum und −20 °C draußen, also ΔT = 40 Grad. Das ist ein vereinfachtes Beispiel, um Materialien zu vergleichen, und keine Berechnung für ein HOMERS-Haus.

  • Ziegel, 45 cm (λ = 0,70): R ≈ 0,64 + 0,16 = 0,80, U ≈ 1,25, Q ≈ 1,25 × 100 × 40 ≈ 5.000 W.
  • Wand genau auf dem DBN-Minimum für Zone I (R = 4,0): U = 0,25, Q = 1.000 W.
  • PUR-Schicht, 200 mm (λ = 0,040): R ≈ 5,0 + 0,16 = 5,16, U ≈ 0,194, Q ≈ 780 W.

Hielte dieser Frost einen ganzen Tag an, ließe die Ziegelwand etwa 120 kWh Wärme durch, die mit PUR gedämmte Wand etwa 19 kWh. In einem echten Haus kommen Fenster, Dach, Boden und Lüftung hinzu, die Gesamtverluste sind also höher. Der Unterschied zwischen den beiden Wänden bleibt trotzdem bestehen.

Wärmebrücken und Undichtigkeiten: Wo die Wärme wirklich entweicht

Eine Wärmebrücke ist eine Stelle, an der die Wärme die Dämmung umgeht, etwa eine Metallbefestigung oder ein Paneelstoß. Bei Stahlkonstruktionen ist das die zentrale Frage. Die Wärmeleitfähigkeit von Stahl beträgt nach DSTU 9191:2022 58 W/(m·K), etwa 1.450-mal so viel wie bei PUR. Ein Bauteil, das von außen bis in den Raum durch die Dämmung reicht, leitet die Wärme buchstäblich nach draußen.

Bei HOMERS werden die Paneele über eine Labyrinth-Nut verbunden. Einen geraden Weg zwischen Außen- und Innenluft gibt es deshalb nicht, und der PUR-Schaum bildet eine durchgehende Hülle. Laut Hersteller hat eine solche Wand keine Wärmebrücken und eine gleichmäßige Temperatur über die gesamte Fläche. Die Paneele werden auf CNC-Anlagen mit einer Genauigkeit von ±0,5 mm gefertigt, mehr dazu auf der Seite Produktion.

Die zweite Verlustquelle sind Undichtigkeiten. Warme Luft entweicht durch undichte Fugen, kalte strömt nach, und eine dickere Dämmung gleicht das nicht aus. Die Luftdichtheit prüft man mit einem Differenzdrucktest bei 50 Pa (Blower-Door-Test), das Ergebnis wird als Luftwechselrate n50 angegeben. Für Passivhäuser liegt die Grenze bei 0,6 Luftwechseln pro Stunde. Für die Luftdurchlässigkeit von Wänden verweist die DBN V.2.6-31:2021 auf eine eigene Norm, die DSTU-N B V.2.6-191.

Warum ein warmes Haus eine Lüftung braucht

Ein dichtes Haus lüftet sich nicht von selbst. Dusche und Küche bringen jeden Tag Feuchtigkeit in die Luft, und wenn sie nicht abgeführt wird, schlägt sie sich als Kondensat an den kältesten Stellen nieder, an Glasflächen und in Ecken. Das US-Energieministerium schreibt ausdrücklich, dass energieeffiziente Häuser eine mechanische Lüftung brauchen.

Ein im Winter geöffnetes Fenster lässt mit der Luft auch die Wärme hinaus. In energieeffizienten Häusern setzt man deshalb auf eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung: Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme der Abluft auf die Frischluft. Nach Angaben derselben Behörde gewinnen die meisten dieser Anlagen etwa 70–80 % der Energie aus der Abluft zurück. Die Anlage wird auf das Raumvolumen ausgelegt, deshalb lohnt es sich, schon bei der Wahl des Modells an die Lüftung zu denken.

Womit man ein kleines Haus heizt

Je geringer die Wärmeverluste, desto weniger Heizleistung braucht man und desto größer ist die Auswahl. Die Heizung ist in der Ausstattung Comfort enthalten, das Raumklima lässt sich über das Smart-Home-System per Smartphone steuern.

Luft-Wärmepumpe

Sie holt Wärme aus der Außenluft ins Haus. Laut US-Energieministerium senkt eine moderne Wärmepumpe den Stromverbrauch fürs Heizen um bis zu 75 % im Vergleich zu elektrischen Heizgeräten, und Modelle für kaltes Klima sind für den Betrieb bis −15 °C ausgelegt. Die Internationale Energieagentur stuft Wärmepumpen als 3- bis 5-mal effizienter als Gaskessel ein.

Elektrische Direktheizung

Konvektoren oder eine elektrische Fußbodenheizung sind schnell installiert, aber jede Kilowattstunde aus dem Netz liefert ungefähr eine Kilowattstunde Wärme. In einem Haus mit geringen Wärmeverlusten funktioniert das gut, auch als Reserve für das Hauptsystem.

Geothermische Klimatisierung

Eine Erdwärmepumpe nutzt die Wärme aus dem Boden. Das US-Energieministerium weist darauf hin, dass solche Anlagen effizienter sind als Luft-Wärmepumpen, ihre Installation aber ein Mehrfaches kostet. HOMERS bietet geothermische Klimatisierung als Zusatzleistung an.

Stromausfall: So bleibt das Haus warm

Wärmepumpe, Elektrokessel und die meisten Heizkessel mit Steuerelektronik funktionieren ohne Strom nicht. Bei einem Ausfall müssen Sie deshalb zwei Dinge lösen: die Wärme möglichst lange im Haus halten und die Geräte mit Strom versorgen.

Für das Erste sorgt die Gebäudehülle: Je kleiner der U-Wert, desto langsamer kühlt das Haus ohne Heizung aus. Für das Zweite gibt es Solarmodule mit Batteriespeicher, die HOMERS als Zusatzleistung installiert. Die nötige Speicherkapazität lässt sich einfach abschätzen: durchschnittliche Leistung der Geräte (kW) × Dauer des Ausfalls (h). Brauchen Wärmepumpe, Kühlschrank, Licht und Router zusammen im Schnitt 1 kW, sind für vier Stunden ohne Strom mindestens 4 kWh nutzbare Kapazität nötig. Die genauen Zahlen hängen vom Hausmodell und von den Geräten ab und werden für jedes Projekt berechnet.

HOMERS-Archiv, 2023: Nachhaltigkeit (vorherige Produktgeneration)

Häufige Fragen

Ist es in einem Fertighaus im Winter kalt?

Das entscheidet die Gebäudehülle. Ein Haus mit Lücken in der Dämmung und ein Haus mit einer durchgehenden PUR-Schicht verhalten sich im Winter sehr unterschiedlich. HOMERS dämmt die Wände mit 200 mm PUR ohne Fugen und gibt die Energieeffizienzklasse A an.

Braucht ein Privathaus einen Energieausweis?

Nach ukrainischem Recht ist ein Ausweis Pflicht für Gebäude der Schadensfolgeklassen CC2 und CC3 (mittlere und hohe Folgeklasse nach ukrainischer Einstufung), für staatliche Gebäude über 250 m² und für Gebäude, die mit staatlichen Mitteln energetisch saniert werden. Fällt Ihr Haus in keine dieser Kategorien, können Sie einen Ausweis freiwillig erstellen lassen, etwa um Varianten nach ihrer Klasse zu vergleichen.

Was ist besser: Wärmepumpe oder Elektroheizung?

Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung meist teurer, verbraucht aber deutlich weniger Strom. Eine elektrische Direktheizung ist günstig in der Installation und eignet sich für ein Haus mit geringen Wärmeverlusten oder als Reserve. Die Wahl hängt von der Fläche ab und davon, wie oft Sie im Haus wohnen.

Was kostet das Heizen?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht: Sie hängt von Modell, Region, Heizsystem und Tarif ab. Die Verluste durch die Wände können Sie mit der Formel Q = U × A × ΔT aus diesem Artikel abschätzen. Die Berechnung für ein bestimmtes Haus erhalten Sie in der Beratung.

Wo kann ich ein HOMERS-Haus vor Ort ansehen?

Im Showroom auf dem Ausstellungsgelände VDNH in Kyjiw steht ein Basilio in Originalgröße. Der Showroom ist samstags und sonntags von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, unter der Woche nach Vereinbarung.

Wände und Fugen beurteilen Sie am besten vor Ort, also gehen Sie in den Basilio auf der VDNH und sehen Sie sich alles aus der Nähe an. Wenn Sie Modell, Heizung und Notstromversorgung passend zu Ihrem Grundstück auswählen möchten, vereinbaren Sie eine Beratung.